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:: Umweltgruppe Ettal ::
Der Flurbereinigung entgegenwirken

Die Umweltgruppe bei der Arbeit
Probleme, wie Abfallentsorgung auf dem Schulgelände oder Mangel an Recycling-Schulmaterial haben 1990 mehrere Schüler dazu bewegt, dem Biologielehrer des Benediktinergymnasiums Ettal die Gründung einer Umweltgruppe vorzuschlagen. Dieser war begeistert von dem Vorschlag seiner Internatsschüler und folgte dem Vorschlag.

Die Tätigkeiten waren in den ersten Jahren zunächst davon geprägt, das Umweltbewusstsein in der Schule zu stärken.

Schließlich wollte man aber auch aktiv in der Natur etwas unternehmen. Angesichts der traurigen Tatsache, dass immer mehr wertvolles Brachland verloren geht, Hecken abgeholzt und Feuchtgebiete trocken gelegt werden, wollte man selbst einen Beitrag leisten, um zahlreichen bedrohten Tier- und Pflanzenarten wieder ein Stück natürlichen Lebensraum zurückzugeben.

Die Idee: Ein Biotop soll entstehen
So entstand die Idee, am Waldrand in direkter Nähe des Klosters eine kleine Feuchtwiese in ein Biotop zu verwandeln: Damals wurde sie als Kuhweide genutzt und war daher sehr artenarm an Tieren und Pflanzen. Diese öde Landschaft wollte die Umweltgruppe in ein lebendiges Kleinod verwandeln. Der Landwirt, der das Grundstück bewirtschaftete, war von dieser Idee überhaupt nicht begeistert. Da das Grundstück aber dem Kloster gehört, hatte die Umweltgruppe Glück. Der Abt gab seinen Segen und stellte der Umweltgruppe einen halben Hektar Land zur Verfügung, um ihn in ein Biotop zu verwandeln.

Dann fing die mühsame Arbeit an, die aber sehr viel Spaß machte. Zuerst wurde das Gebiet mit einem Zaun abgegrenzt, sodass keine Kühe mehr die Fläche betreten konnten.

Da das ausgewählte Grundstück von mehreren zugewachsenen Flüsschen durchflossen wurde, mussten diese anschließend freigelegt werden. Diese Freilegung war dringend notwendig, um den ursprünglichen Wasserzufluss in dieses Gebiet wiederherzustellen. Dadurch wurde das Biotop zu knappen zwei Dritteln in ein Feuchtbiotop verwandelt.

An der westlichen Spitze wurde von den Mitgliedern der Umweltgruppe unter mühsamer Arbeit ein Teich angelegt, in den die kleinen Zuläufe münden. Dadurch kommen im Biotop auch Wasserpflanzen und Tiere vor, die sich in Gewässern aufhalten. Libellen, Schwimmkäfern, Gelbrandkäfern, Kröten, Fröschen und den sehr selten gewordenen Bergmolchen wurde damit ein neuer Lebensraum und eine Laichmöglichkeit geschaffen.

Auch eine Trockenmauer für Eidechsen und zahlreiche andere wärme liebende Tier- und Pflanzenarten wurde angelegt.

Auch Bäume und Sträucher fehlen natürlich nicht. Mehrere große Eschen bilden die südliche Abgrenzung. Auf der anderen Seite sind zahlreiche Sträucher angepflanzt. Auch Fichten, Ebereschen und eine Lärche sind vorhanden. Auch hier achtetet die Umweltgruppe auf eine große Artenvielfalt. Diese Vielfalt kommt besonders den heimischen Vogelarten als Nistplatz und verschiedenen Kleintieren, wie Eidechsen, Mäusen, Blindschleichen und Ringelnattern als wertvolle Futterquelle zugute. Gleichzeitig soll die Hecke auch die Landschaft auflockern, denn leider wurden in der Umgebung durch Flurbereinigung viele Hecken und Baumgruppen beseitigt.

Kontrolle der Nistkästen

Große Artenvielfalt wird dokumentiert
Ein großer Wert wird auf die Artenvielfalt in dem Biotop gelegt. Durch mehrjährige Beobachtungen konnte nun vor zwei Jahren ein Zustand erreicht werden, bei dem die Tier- und Pflanzenvielfalt schrittweise gesteigert werden konnte, sodass nun auch sehr seltene Arten wieder einen Lebensraum haben. In einer Langzeitstudie werden diese Veränderungen in der Artenvielfalt festgehalten und dokumentiert.

Ebenfalls bastelte der AK-Umwelt Feldermauskästen und verschiedene Nistkästen für Vögel, die im Biotop angebracht sind. Diese werden gerne angenommen. Zur Zeit arbeitet die Gruppe an Nistkästen für Raufußkäuze, Sperlingskäuze, Hohltaube und Wiedehopf.

Ein Waldlehrpfad, der unmittelbar oberhalb des Biotops verläuft, ermöglicht einen guten Einblick in den neu geschaffenen Lebensraum. Schilder erklären die Artenvielfalt und deren Bedeutung für uns alle.

Naturkundeunterricht zum Anfassen
Durch das Biotop hat der Biologielehrer nun auch die Gelegenheit erhalten, öfters Unterricht "zum Anfassen" machen zu können. Die Begeisterung bei den Schülern ist sehr groß. So haben sie die Möglichkeit die einheimischen Tiere und vor allem Pflanzen hautnah kennen zu lernen und zudem ist die Unterrichtsstunde im Freien eine willkommene Abwechslung von dem bewegungsarmen Unterricht im Klassenzimmer.

Schönheit der Natur veranschaulichen
Die Schüler hoffen, dass sie mit dem Waldlehrpfad und dem Biotop, in das man einen guten Einblick hat, ohne es zu betreten, auch viele andere Menschen und besonders Schüler auf die einzigartige Schönheit der Natur, aber auch auf deren Gefährdung und ihren Schutzbedarf aufmerksam machen können. Sie wollen anderen Menschen den unschätzbaren Wert der naturbelassenen Lebensräume verdeutlichen, und ihnen vor Augen führen, dass wir alle Verantwortung tragen müssen um sie zu bewahren.

Ein Engagement das sich lohnt
Das Engagement der Ettaler Umweltgruppe fand inzwischen große Anerkennung. So war die Freude sehr groß, als sie den Bruno H. Schubert-Preis im vergangenen Jahr in Frankfurt empfangen durfte. Er war mit 7.500 Euro dotiert und stellt für die Umweltgruppe eine sehr große Hilfe dar. Schließlich möchte sie auch im nächsten Jahr neue Schilder und Sträucher für das Biotop erstehen!

Internetseiten der Jugendgruppe: